Kritik, Fragen und Antworten

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Wie wäre es lieber mit einer Seite gegen verhungernde Kinder?

Wie wäre es lieber mit einer Seite gegen verhungernde Kinder? Oder gegen Gewalt? Das hier ist doch harmlos und eher verklemmt! Klingt mir stark nach katholischem Vereinswahnsinn. Gegen Titten sind alle Moralwächter, Mord, Totschlag und Verhungern findet dagegen weniger Beachtung!

Unosson antwortet: Es stimmt, dass es auf der Welt größere Probleme gibt als die Nackerten in der U-Bahn-Zeitung "Heute". Jeder muss sich selber fragen, wie er/sie seine Zeit- und Geldressourcen einsetzt.

Ich meine aber sehr wohl, dass die Nackerten in "Heute" ein Problem sind. Wenn wir Menschen als Sexobjekte behandeln, ist der Schritt zur sexuellen Gewalt einen Schritt näher gerückt. Die Lösung dieses Problems ist auch einfach: Die Bilder durch etwas Besseres (siehe Ideeenwettbewerb) zu ersetzten. Das zusammen hat mich dazu bewegt diese Initiative zu starten.

Ich möchte auch festhalten, dass wir kein Verein sind. Das einzige was alle zustimmenden Personen gemeinsam haben, ist, dass wir alle wollen, dass die Zeitung "Heute" die erotischen Bilder aus ihrer Zeitung entfernt. Wie Sie vielleicht aus den unterstützenden Statements und Kommentaren herauslesen können, ist die jeweilige Begründung dafür ganz unterschiedlich. Ich meine, dass es keine verklemmte, sondern eine gesunde und vernünftige Haltung ist.


Bitte behalten Sie Ihr gestörtes Verhältnis zur Sexualität für sich!

Bitte behalten Sie Ihr gestörtes, wahrscheinlich vom christlichen (katholischen?) Moralismus verursachten Verhältnis zur Sexualität für sich und belästigen Sie nicht andere Menschen mir Ihren religionsbedingten Neurosen.

Unosson antwortet: Ich möchte festhalten, dass ich eine positive Einstellung zur Sexualität habe. Ich meine aber, dass Sexualität eine private (intime) Sache ist, die nicht im öffentlichen Raum jedem aufgezwungen werden soll. Ich möchte nochmal betonen, dass es unterschiedliche Gründe gibt, warum man dem offenen Brief an "Heute" zustimmen will. "Christliche Werte", die ich selbst als wichtig erachte, ist einer von vielen Gründen.


Warum ignorieren Sie nicht einfach die oft recht ansprechenden Bilder?

Sexualität wird im öffentlichen Raum eben niemandem aufgezwungen - jeder ist gerne eingeladen, seine Augen zu schließen, den Kopf wegzudrehen oder ähnliches wenn es ihm nicht gefällt, daß andere Leute Freude an der Sexualität haben oder am Betrachten eines schönen Körpers (egal ob Mann oder Frau). Warum ignorieren Sie nicht einfach die oft recht ansprechenden Bilder nackter Männer und Frauen?

Unosson antwortet: Ignorieren und wegschauen ist sicher manchmal eine Möglichkeit. Ich meine aber, dass die Bilder in der Zeitung "Heute" nicht einfach ignoriert werden können. Wir sind dankbar, dass die Züge und U-Bahn Stationen der Wiener Linien rauchfreie Zonen sind. Für viele Wienerinnen und Wiener wäre es heute undenkbar, wenn das Rauchen in der U-Bahn erlaubt wäre. Genauso wünschen sich viele Menschen, dass die Öffis, mit denen sie jeden Tag in die Arbeit und zur Schule fahren, erotikfreie Zonen werden. Es wird als unangenehm empfunden, wenn Fahrgäste neben einem erotische Fotos betrachten.

Ich meine aber auch, dass die Bilder in der Zeitung "Heute" nicht ignoriert werden sollen. Jede Person hat eine Verantwortung auch für die ganze Gesellschaft. Wenn ich meine, dass Jugendliche und Kinder ein für die Gesellschaft schlechtes Frauenbild und schlechtes männliches Rollenverhalten vermittelt bekommen, habe ich (und Sie) eine Verantwortung dafür, etwas dagegen zu unternehmen.


Ihr Beispiel mit dem Rauchen ist ein schlechtes Beispiel!

Sie werden wohl nicht allen Ernstes Rauchen (gesundheitsschädlich) mit Sexualität gleichsetzen?!

Unosson antwortet: Ich glaube, dass es nicht gesund ist, wenn der Mensch als sexuelle Ware dargestellt und behandelt wird.


Wer empfindet es als unangenehm, wenn neben ihm einer diese Fotos betrachtet?

Wer empfindet es als unangenehm, wenn neben ihm einer diese Fotos betrachtet? Der VERKORKSTE SPANNER, der seinem Nachbarn das Recht auf Privatspähre entzieht, indem er ihm in die Zeitung glotzt und sich darüber den Kopf zerbricht, was wohl dieser "kranke und perverse Nachbar" dabei empfinden mag!

Unosson antwortet: Ich empfinde es umgekehrt. Ich fühle mich in meiner Privatspähre verletzt, wenn der neben mir sich erotische Bilder anschaut. Nicht weil er sie anschaut, sondern weil mir diese Bilder aufgezwungen werden. Viele Frauen fühlen sich auch nicht wohl, wenn Männer in der U-Bahn erregt eine Nackerte in der "Heute" begaffen, und dann ihre Blicke über die anwesenden Frauen schweifen lassen.


Kinder interessieren sowieso die Nackerten nicht!

Mein Sohn befindet sich im gleichen Alter wie Ihre Kinder, interessiert sich aber weder für Tageszeitungen geschweige denn darin abgebildete "Nackerte"!

Unosson antwortet: Ist auch bei meinen Kindern der Fall! Problematisch wird es aber bei einem 13-jährigen Mädchen, das durch die Bilder vermittelt bekommt, dass es umso besser ist, je sexyer sie ist. Oder wenn ein 13-jähriger Buben es lernt, Mädchen als "Fleisch" zu betrachten.


Mein Sohn liebt es, nackig durch die Gegend zu springen

Mein Sohn liebt es, nackig durch die Gegend zu springen, da ihm beengende Kleidung ein Gräuel ist! Und wenn`s ihn am "Zumperl" juckt, dann kratzt er sich, in aller Öffentlichkeit - und auf die Gefahr hin, daß verklemmte Naturen einen Schlag erleiden! Es ist ihm nämlich bis auf das Wissen, daß der Papa auch ein Zipferl hat, aber die Mama keines, schlichtweg wurscht, wie Mann/Frau ausschaut - und genau diese Einstellung möge er sich so lange wie möglich behalten!

Unosson antwortet: Finde ich gut! Ab der Pubertät ist es aber anders. Ich glaube - aber es steht natürlich jedem frei, anderer Meinung zu sein - dass es ein natürliches und gesundes Schamgefühl gibt.


Mit welcher Begründung setzten Sie Sexualität und Nacktheit gleich?

Es ist mir völlig unklar, mit welcher Begründung Sie Sexualität und Nacktheit gleichsetzen. Zusätzlich ist an zu führen, das beides der Natur des Menschen entspricht und es jede Menge Unnatürlichkeiten gäbe, die in ihrer Darstellung verboten sein sollten. Sobald Sie mir das erste Kind zeigen, welches ohne Sexualität und vollkommen bekleidet zur Welt kommt, haben Sie meine Zustimmung zu dieser Aktion.

Unosson antwortet: Sexualität und Nacktheit ist NICHT das gleiche. Ich meine aber, dass sowohl Nacktheit als auch Sex nicht in der Wiener U-bahn sein sollen, da es wichtig ist, dass sich jeder wohl fühlen kann. Man darf die Intimsphäre der Fahrgäste nicht verletzen!


Weibliche Brüst ist eine völlig natürliche Sache

Aha ist mir neu ich frage sie welche schäden kann ein Bild zb. einer nackten Frau auf ein Kind haben ??? Wenn ein Kind gestillt wird dann sieht es auch die Weibliche Brust und in den Tageszeitungen sieht man auch nichts anderes als Weibliche Brüst also eine völlig natürliche Sache. Und ich glaube die Kinder lernen sowieso diese dinge früher als es den Eltern recht ist entweder im Kindergarten oder im Park in der Sandkiste.

Unosson antwortet: Es stimmt, dass Nacktheit natürlich ist. Ich bin auch NICHT gegen Nacktheit. Es stimmt auch, dass Kinder früh genug mit Erotik konfrontiert werden und, dass es die Verantwortung der Eltern ist, ihren Kindern zu erklären, wie Sie mit Erotik im allgemeinen sowie mit ihrer eigenen Sexualität umgehen sollen. Ich meine aber, dass es nicht sein muss, und dass es unnötig ist, erotische Abbildungen in einer Gratiszeitung, abzubilden.


Mir ist es unverständlich, wieso Sie Nacktheit in der Öffentlichkeit als schädlich darstellen

Mir ist es unverständlich, wieso Sie Nacktheit in der Öffentlichkeit im Allgemeinen (wie Ihrer Website zu entnehmen ist) kritisieren und als schädlich darstellen. Ich sehe nicht Schlechtes daran, wenn man auch kleinen Kindern und Pupertierenden Bildern von nackten Männern oder Frauen zeigt - nicht etwa, um ihnen mitzuteilen, dass Schönheit essentiell sei, denn dieser Meinung bin auch ich nicht, sondern dass man mit Nacktheit natürlich umgehen sollte um sich nicht gleich angestoßen zu fühlen, wenn ein unbekleideter Mensch irgendwo abgebildet oder gezeigt wird Ihr Argument, die Sexualität würde durch solche Bilder gestört, kann ich nicht ganz nachvollziehen; ist eine Schädigung des natürlichen Umgangs mit einer solchen nicht eher die Folge von Zurückhaltung, mangelnder Aufklärung bzw. dem "Schutz" (vor welchen Gefahren eigentlich?) der Kinder vor Nacktheit und Sex? Auch die Idee der Zunahme von Kinderschändern u.ä. durch die zunehmende Freizügigkeit unserer Gesellschaft klingt für mich irrational und nicht nachvollziehbar. Warum sollte ein durchschnittlich intelligenter und geistig normaler Mensch sich zu Kindern hingezogen fühlen, wenn er in seiner Jugend bzw. auch während des Erwachsenenalters nackte Personen in Zeitungen abgebildet sieht? (Auch ich halte es für niveaulos, derart billige Aktfotographien in einer Tageszeitung abzudrucken, aber mir geht es um die für mich unverständliche "Gefahr" solcher Bilder)

Unosson antwortet: Es geht nicht so viel um die Bilder, sondern eher darum, was durch diese vermittelt wird. Ich glaube was durch die Bilder in Heute oft vermittelt wird, dass Frauen Sexobjekte sind und das Ihr Wert in ihrem Körper liegt. Jeder, der meint, dass es harmlos ist, dem möchte ich zum Nachdenken geben: Würden Sie sich selbst in Heute abbilden lassen? Würden Sie Ihre Tochter dazu ermutigen oder eher abraten ihren Körper in "Heute" zur Schau zu stellen?


Was verstehen Sie unter gesund?

Sie schreiben, dass Abbildungen von nackten Menschen in Tageszeitungen "nicht gesund" sind. Es ist mir nicht ganz klar was Sie eigentlich unter "gesund" verstehen und woher Sie wissen wollen, was für Menschen gesund ist und was nicht. Könnten Sie mir das bitte genauer erklären?

Unosson antwortet: Gesund ist, wenn die Auswirkungen für die Gesellschaft gut sind. Es ist meine Überzeugung, dass die Abbildungen in Heute die Gessellschaft in eine falsche Richtung beeinflussen. Ich erwarte aber nicht, dass alle meiner Meinung sind.


Schreiben Sie eine Liste was wir noch tun dürfen !!

Sagen Sie, haben sie keine anderen Sorgen ? Ich zum Beispiel finde einfach ästhetische nackte Körper schön . Schreiben Sie eine Liste was wir noch tun dürfen !! Warum sollten wir darauf verzichten ? Es ist inzwischen Teil unserer Kultur geworden.In fast jeder Zeitschrift sehen Sie nackte Menschen, na und ? Wollen Sie die alle verbieten ?? Jeder, dem irgend etwas nicht gefällt, will plötzlich dem anderen nicht mehr gönnen das es so etwas gibt !! Seien wir doch froh ,daß wir in einem Freien und nicht unterdrücktem Land leben. Wenn Sie ein Problem damit haben dann schauen Sie sich das nicht an und lassen anderen die Freude !!

Unosson antwortet: Ich will niemandem was wegnehmen. Jedem das seine. Ich meine aber, dass die U-Bahn nicht der richtige Platz für erotische Abbildungen ist.


Warum führen Sie keine Liste mit Ablehnungen?

Es wäre angebracht, wenn Sie sich schon als Verfechter der Demokratie darstellen, nicht nur eine Liste mit Zustimmungen zu führen, sondern auch eine mit Ablehnungen.

Unosson antwortet: Finde ich eine interessante Idee! Ich behaupte aber, dass man im Normalfall (wahrscheinlich immer) bei Namenslisten-Aktionen nur Namen von UnterstützerInnen sammelt. Namenslisten sind keine Wahlen, sondern eine Möglichkeit seine/ihre Meinung gemeinsam zu vertreten.